INFORMATIONEN & ANLAUFSTELLEN
Hilfe im Allgemeinen
Depression betrifft in Deutschland rund 5,3 Millionen Erwachsene jährlich und ist eine ernste, aber gut behandelbare Erkrankung. Hier findest du alle wichtigen Schritte — von der ersten Selbsteinschätzung bis zur stationären Behandlung.

Der Weg zur Psychotherapie
Der Weg zum Therapieplatz unterscheidet sich je nach Versicherung. Hier findest du Schritt für Schritt erklärt, was auf dich zukommt — egal ob du gesetzlich oder privat versichert bist.
Gesetzlich Versicherte
1
Hausarzt aufsuchen
Erste Anlaufstelle. Eine Überweisung zum Psychotherapeuten ist seit 2017 nicht mehr zwingend nötig, kann aber hilfreich sein. Dringlichkeitscode.
2
Psychotherapeutische Sprechstunde
Die Psychotherapeutische Sprechstunde dient einer ersten fachlichen Einschätzung zu deinen Beschwerden und gibt Orientierung welches Therapieverfahren für dich sinnvoll sein kann.
3
Therapeuten suchen & anfragen
Der aufwendigste, aber oft erfolgreiche Schritt: Du kontaktierst aktiv Praxen mit Kassenzulassung, die freie Plätze haben. Frage nach einem Sprechstundentermin und nach freien Plätzen. Alternativ bieten einige das Kostenerstattungsverfahren an.
4
Probatorische Sitzungen
2-4 Termine, in der es Klärung zu den Zielen der Behandlung sowie zur Passung zwischen Patient und Therapeut geben sollte.
5
Antrag bei der Krankenkasse
Dein Therapeut stellt den Antrag. Zusätzlich ist ein Konsiliarbericht vom Arzt nötig (körperliche Ursachen ausschließen).
6
Genehmigung abwarten
Die Krankenkasse entscheidet in der Regel innerhalb von 1–3 Wochen.
7
Therapie beginnt
Kosten werden vollständig von der Kasse übernommen, keine Zuzahlung.
Privat Versicherte
1
Psychotherapeutin suchen
Achte darauf, dass die Therapeutin eine Approbation als Psychologische Psychotherapeutin oder Ärztliche Psychotherapeutin hat. Zusätzlich sollte sie Privatpatienten abrechnen können.
2
Erstgespräch / Psychotherapeutische Sprechstunde
Du vereinbarst direkt einen Termin. Die Therapeutin stellt fest, ob eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung vorliegt , falls nicht bereits diagnostiziert, und welche Therapieform geeignet ist.
3
Versicherungsbedingungen prüfen
Schau in deinen Tarif oder rufe bei deiner privaten Krankenversicherung an. Wichtige Fragen: Werden ambulante Psychotherapien erstattet? Gibt es eine Begrenzung der Sitzungszahl? Muss vor Therapiebeginn ein Antrag gestellt werden? Ist ein Gutachterverfahren erforderlich?
4
Probatorische Sitzungen
Meist finden zunächst einige Probesitzungen statt (häufig 4–5). Diese dienen dem Kennenlernen und der Diagnostik.
5
Antrag auf Kostenübernahme
Bei vielen privaten Versicherungen erstellt die Therapeutin nach den Probesitzungen einen Therapieantrag. Diesen reichst du bei deiner Versicherung ein.
6
Therapiebeginn und Abrechnung
Die Therapeutin stellt dir Rechnungen nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten bzw. Ärzte. Du bezahlst die Rechnung zunächst selbst und reichst sie anschließend bei deiner privaten Krankenversicherung ein. Die Versicherung erstattet den tariflich vereinbarten Betrag.
Wartezeiten bei der gesetzlichen Krankenversicherung können lang sein
Auf einen Kassensitzplatz wartet man oft 6–18 Monate. Überbrückend helfen Beratungsstellen, Krisentelefone, Online-Angebote und Selbsthilfegruppen. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117) vermittelt Termine auch kurzfristig.
Einen Therapeuten suchen & finden
Wartezeiten für ambulante Psychotherapie sind oft lang. Diese Stellen helfen dir, einen Therapeuten zu finden — auch kurzfristig.
TerminserviceStelle
KV Hessen
24/7 erreichbar
Vermittelt einen Termin zur psychotherapeutischen Sprechstunde — auch in dringenden Fällen.
Kammer
Psychotherapeutenkammer Hessen
Mo – Fr · Bürozeiten
Online-Suche unter ptk-hessen.de — alle Therapeut:innen mit Kassenzulassung.
Ambulanz
Main PVZ Offenbach
Bürozeiten
Psychotherapeutisches Versorgungszentrum — auch kurzfristige Termine möglich.
Ambulanz
GAP Frankfurt
Bürozeiten
Psychotherapeutische Ambulanz der Goethe-Universität — Verhaltenstherapie & Tiefenpsychologie.
Nur für GKV: Das Kostenerstattungsverfahren
Wenn du trotz ernsthafter Bemühungen keinen Kassenterapeuten mit freiem Platz findest, hast du als GKV-Versicherter einen gesetzlichen Anspruch auf das Kostenerstattungsverfahren (§ 13 Abs. 3 SGB V). Dabei kannst du einen Privattherapeuten aufsuchen und die Kosten von deiner Kasse erstatten lassen.
Schritt für Schritt
1
Ablehnungsnachweise sammeln
Dokumentiere mind. 15-20 erfolglose Anfragen bei Kassenzulassungs-Therapeuten (Name, Datum, Absage). Diese Nachweise sind Pflicht für den Antrag.
2
Antrag bei der Krankenkasse stellen
Stelle schriftlich einen Antrag auf Kostenerstattung. Die Kasse muss innerhalb von 3 Wochen antworten — bei Untätigkeit gilt die Genehmigung als erteilt.
3
Privattherapeuten finden
Suche einen Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung, der bereit ist, dich zu behandeln. Achte darauf, dass er approbiert ist.
4
Therapie beginnen
Starte die Therapie — am besten erst nach schriftlicher Genehmigung oder nach Ablauf der 3-Wochen-Frist, um das Kostenrisiko zu minimieren.
5
Rechnung einreichen
Der Therapeut stellt dir eine Rechnung nach GOÄ. Du reichst diese bei deiner Krankenkasse ein und erhältst die Kosten (teilweise) erstattet.
Wann greift das Verfahren?
-
Abhängig von der Krankenkasse – mindestens. 15-20 Ablehnungen dokumentiert
-
Wartezeit unzumutbar lang (> 3 Monate)
-
Zustand erfordert zeitnahe Behandlung
-
Therapeut ist approbiert
Was wird erstattet?
Die Kasse erstattet max. den Betrag, den sie einem Kassenzulassungs-Therapeuten zahlen würde — in der Regel 60–80 % des GOÄ-Satzes. Eine Eigenbeteiligung ist möglich.
Kein automatischer Anspruch
Die Krankenkasse kann ablehnen. Hole dir die Genehmigung möglichst schriftlich — oder warte die 3-Wochen-Frist ab. Im Streitfall hilft der Sozialverband VdK oder eine Patientenberatung.
Depression hat viele Gesichter
Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen und müssen nicht immer offensichtlich sein:
Für Männer
Selbsthilfe-Kontaktstelle
Männer holen sich oft erst spät Hilfe — und Depression zeigt sich bei ihnen häufig anders (Reizbarkeit, Aggression, Rückzug). Eine reine Männergruppe schafft einen geschützteren Raum.
FÜR BERUFSTÄTIGE
Wenn die Arbeit krank macht
Burnout, chronische Überlastung, Mobbing oder Konflikte am Arbeitsplatz können zu einer Depression führen. Erste Anlaufstellen sind Betriebsärzt:innen und Mitarbeiterberatung (EAP).
FÜR EINSATZKRÄFTE
RUPERT — für den Rettungsdienst
Rettungsdienst-Personal ist berufsbedingt hohen psychischen Belastungen ausgesetzt. RUPERT bietet einen anonymen Austausch unter Kolleg:innen, der die spezifische Situation kennt.
Mo, 19:00 – 20:30
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Gerade KW
SHG 01
für Betroffene
Di, 19:00 – 20:30
・
Gerade KW
SHG 02
für Betroffene
Di, 19:00 – 20:30
・
Gerade KW
SHG 03
für Betroffene
Do, 19:00 – 20:30
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Gerade KW
SHG 04
für Angehörige
Do, 19:00 – 20:30
・
Ungerade KW

